Angst vor dem Frauenarzt? Das kannst du tun!

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Hinweis: Zur besseren Lesbarkeit verwendet ich in diesem Beitrag nur die maskuline Form des Begriffs „Frauenarzt“. Mit diesem Begriff sind alle Geschlechter gemeint. Du hast eine Idee, wie ich hier gendern kann? Schreib mir und ich passe es an.

Gehörst du auch zu den Frauen, die den Frauenarztbesuch eher vermeiden und sich sagen „Augen zu und durch“? Oder weißt du, dass du eigentlich zu einer Vorsorgeuntersuchung gehen solltest, aber deine Angst hält dich vehement zurück?

Du bist nicht allein! Und es gibt einige Möglichkeiten, dir den Frauenarztbesuch angenehmer zu machen. Los geht’s!

Wähle einen positiveren Begriff für Frauenarzt

Warum willst du zum Frauenarzt gehen? Vielleicht denkst du jetzt: „Hä? Ist doch klar! Für die Untersuchung natürlich!“ Es macht allerdings einen großen Unterschied mit welcher Haltung du an das Thema herangehst. Gehst du zum Frauenarzt, weil man es eben so macht und regelmäßig hin muss? Oder weil du von dir aus abklären lassen willst, ob alles in Ordnung ist?

Finde einen neuen Begriff für „Frauenarztbesuch“, der für dich ein angenehmeres, vielleicht sogar positives Gefühl transportiert. Sei ruhig kreativ, albern und witzig, nur du musst den Namen verstehen 😉 Beispielsweise: Alles-in-Ordnung-Termin, Selbstfürsorge-Termin oder vielleicht auch einfach nur Mumu-Check?

Finde den passenden Frauenarzt

Bevor du dich auf die Arztsuche machst, solltest du für dich klären, was dir bei einem Frauenarzt wichtig ist und dir es notieren. Das kann zu Beispiel sein:

  • Geschlecht
  • bestimmte Behandlungsschwerpunkte
  • Alter
  • Qualifikationen
  • Sympathie
  • Wartezeit auf einen Termin
  • Anfahrtsweg

Schreibe dir zusätzlich deine absoluten No-Go’s auf.

Und dann geht’s los: Frage Freund*innen, Verwandte und vielleicht sogar Kolleg*innen, welchen Frauenarzt sie empfehlen (oder auch nicht empfehlen). Zusätzlich kannst du nach Frauenärzten in deiner Umgebung im Internet suchen. Viele Frauenärzte haben eine Webseite mit den relevanten Infos und mit etwas Glück auch einem Foto von sich. Meist findest du zu den Ärzten auch Bewertungen auf externen Plattformen wie Google oder jameda. Aber Achtung! Lies diese Bewertungen mit gesundem Menschenverstand durch. Ist die Bewertung konstruktiv und aussagekräftig? Aus welchem Jahr stammt die Bewertung?

Schlechte Bewertungen mit „Sch… Arzt! Die Wände sind grün gestrichen, sowas geht gar nicht. Da gehe ich nie wieder hin!“ sind nicht seriös. 😉

Bereite dich auf den Frauenarzttermin vor

Juhu, du hast deinen Termin ausgemacht! 🥳 Und so kannst du dich schon im Voraus auf den Termin vorbereiten:

Schreib dir alle deine Fragen, Bedenken und Bitten vorab auf. Notiere dir auch, dem Arzt zu sagen, dass du Angst vor der Untersuchung hast. Nimm den Zettel zum Termin mit, so denkst du trotz Aufregung an alles.

Frage eine Freundin, deine Schwester oder eine andere liebe Person, ob sie dich begleitet. Diese Person kann dich auf dem Weg ermutigen und dir die Hand halten. Außerdem kann es sehr unterstützend sein, ein „Backup“ im Wartezimmer zu haben.

Zieh dir etwas an, in dem du dich wohl fühlst. Gern auch ein Oberteil, das etwas länger ist und deinen Intimbereich verdeckt. Das kann dir ein sichereres Gefühl geben.

Du musst dich vor dem Frauenarztbesuch nicht rasieren, waxen oder sonst etwas machen. Auch hier gilt: Schaue, womit du dich wohl fühlst. Den Frauenarzt interessiert deine Intimbehaarung nicht (und auch nicht deine Beinbehaarung 😉).

Frisch machen kannst du dich entweder direkt vor dem Termin. Oder du nimmst dir deine Waschsachen und frische Unterwäsche mit und wäschst dich auf der Toilette beim Arzt.

So läuft die Vorsorgeuntersuchung ab

Wenn du das erste Mal bei einem (neuen) Frauenarzt bist, bekommst du einen Anmeldebogen, den du im Wartezimmer ausfüllst. Eventuell wirst du auch um eine Urinprobe gebeten und dein Blutdruck wird gemessen.

Für Vorsorgeuntersuchung gibt es einen Routineablauf: Vorgespräch, Abtasten der Brust und Untersuchung der Vagina. Die beiden letzten Punkte können auch in umgekehrter Reihenfolge sein.

Frag deinen Arzt im Vorgespräch, wie der Termin genau abläuft und bitte ihn ggf. darum, dir alle Untersuchungsschritte zu erklären – auch während der Untersuchung.

Das Vorgespräch mit dem Frauenarzt

Im Vorgespräch spricht dein Frauenarzt mit dir über deinen Zyklus, deine Periode, deine Verhütungsmethode und mögliche aktuelle Beschwerden. Erkläre ihm hier, dass du Angst hast und er besonders vorsichtig sein soll. Frage ihn auch alles, was du dir vorab auf deinem Zettel notiert hast.

Das Abtasten der Brust

Der Arzt wird dich bitten zum Abtasten der Brust deinen Oberkörper frei zu machen. Er streicht dann jede Brust aus und tastet auch die Lymphknoten unter den Achseln ab. Die Handgriffe sind routiniert und fühlen sich nicht touchy an. Und keine Sorge, wenn deine Brustwarzen auf die Berührung oder die Umgebungstemperatur reagieren – das ist normal und dein Frauenarzt weiß das auch.

Die Untersuchung der Vagina

Für die Untersuchung der Vagina darfst du den Unterkörper frei machen. Wenn du ein langes Oberteil an hast, kannst du deinen Intimbereich für den kurzen Weg zwischen Umkleide und Untersuchungsstuhl bedecken. Die ganze Untersuchung ist schmerzfrei!

Während der Untersuchung tastet der Frauenarzt zuerst deine Vagina ab. Danach führt er ein Instrument ein, um deinen Gebärmutterhals offen zu halten. So kann er einen Krebsvorsorgeabstrich von deinem Muttermund und dem Gebärmutterhals machen. Dieser Abstrich wird in ein Labor geschickt und dort untersucht.

Danach folgt meist noch eine vaginale Ultraschalluntersuchung um die Eierstöcke und die Gebärmutter zu untersuchen. Das ist eine individuelle Leistung, die du selbst zahlen musst. Sprich deinen Frauenarzt am besten im Vorgespräch darauf an.

Dann darfst du dich wieder anziehen. Der Frauenarzt wird mit dir an seinem Schreibtisch noch die Ergebnisse der Untersuchung besprechen. Und dann hast du es geschafft – yay!

Und nach dem Termin?

Danke dir dafür, dass du da warst. Du darfst stolz auch dich sein! ☺️

Wie willst du dich dafür feiern? Wer kann sich mit dir mitfreuen, dass du es geschafft hast? Vielleicht entwickelt sich daraus ja ein Frauenarzt-Ritual für deine zukünftigen Termine. So ein Ritual kann dir zusätzlich Sicherheit geben.

Beispielsweise könntest du nach einem Frauenarztbesuch in dein Lieblingscafé gehen und dein Lieblingsgetränk und deinen Lieblingskuchen bestellen. Oder du rufst stolz eine Freundin an und berichtest ihr freudig von deinem Erfolg. Finde auch hier etwas, was für dich stimmig ist.

Der Frauenarzt war doof?

Es kann vorkommen, dass du dich bei deinem Frauenarzt nicht wohlfühlst. Wenn einer nicht passt, verzweifle nicht und probiere weitere Frauenärzte aus! Du hast das Recht auf einen einfühlsamen Frauenarzt. Und du weißt jetzt, was für dich bei einem Frauenarzt wichtig ist.

Was, wenn das alles nicht hilft?

Manche Dinge sind tief in uns verankert und selbst der beste Rat der Welt hilft dann nicht. Und weißt du was? Du bist trotzdem vollkommen okay!

Wenn du das Thema angehen möchtest, kannst du zum Beispiel erstmal einen Termin in einer Familien- oder Lebensberatungsstelle ausmachen. In größeren Institutionen wie Schulen, Unis und auch größeren Unternehmen gibt es auch Vertrauenspersonen, an die du dich wenden kannst. Gemeinsam schaut ihr dann, was dein nächster Schritt ist und wie dir geholfen werden kann.


Du kannst auch gern mich ansprechen und wir reden darüber. Einfühlsam und verständnisvoll. Versprochen! Ich kenne die Frauenarzt-Herausforderung selbst sehr gut. 🤗 Vereinbare dein kostenloses Kennenlerngespräch und lass uns herausfinden, was dir persönlich helfen kann!

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